likeDas Restaurante Port Blanc im relativ neuen Gebäudekomplex an der Mole zum Yachthafen, quasi gegeüber der alten Handelsbörse ist in chickem, maritimen Weiß gehalten. Das gesamte Interieur und Ambiente ist stimmig und paßt gut zum Namen sowie Standort. Die großen Segel- und Motoryachten am Kai wirken auf der Außenterrasse als wären Sie ein fester Bestandteil des Gesamtensembles. Einzig die musikalische Untermalung habe ich als zu laut für ein Restaurant empfunden, zumindest, wenn man sich noch was zwischen den Gängen zu sagen hat.

Am letzten Sonntag im August hatten wir bei traumhaften sommerlichen Temperaturen das Vergnügen nahezu die einzigen Gäste auf der Terrasse zu sein, so daß die Hintergrundmusik auf unsere Bitte deutlich in der Lautstärke gedämpft wurde. Darüber hinaus genossen wir einen sehr charmaten und wohltuenden Service einer Bedienung aus Österreich. Zuvorkommend, unauffällig, immer in den Nähe, wenn wir einen Wunsch oder auch eine Reklamation hatten, ausgesprochen professionell in der Abwicklung und immer freundlich mit einem Lächeln auf den Lippen. Ihre Kollegin war eher vom Typ Lachen-nur-im-Keller.

Als wechselhaft erschien mir die Qualität des Essens. Das Steak im hochgelobten, spezieller Josper-Grill soll garant für eine optimale Zubereitung sein. Im ersten Anlauf war das gute Stück leider durch; welch ein Frefel für ein exzellentes Fleisch. In der zweiten Runde war es besser, aber leider immer noch einen Hauch zu lange beritten. Na ja, vielleicht fordert ein Josper den Grillmeister doch etwas mehr. Das Risotto verde Atun war kein Augenschmaus und auch nur eine bedingte Gaumenfreude. Das Auge ist mit, zumindest bei der Mehrzahl der Menschen. Ganz ehrlich, ich finde ein hellgrünes Risotto eine Verschmutzung des Tellers. Den Thunfisch hätte ich mir roh und nicht angebraten gewünscht; hier hätten Augen und Gaumen mehr Freude erfahren. Die Austern, Muscheln und die Gambas am Spieß mit unterschiedlicher Panade fritiert bereiteten Lust und Genuss. Mein persönliche Highlight waren die Ravioli Trufa; Ravioli gefüllt mit Ricotta und einer Creme von schwarzen Trüffeln und frischen Trüffeln. In Trüffel könnte ich mich reinsetzen, wovon mich meine gute Kinderstube immer wieder abhält. Es wäre auch zu schade. Bei diesem Gericht stimmte das Zusammenspiel für meine Sinne; die Aromen strömten durch Nase und Gaumen, daß es eine Freude war. Zum Essen begleitete uns ein Inselwein von Biniagual, Memoris Rose. Die Nachspeisen waren durchgehend kreativ, schmackhaft und vielschichtig ansprechend für die Geschmacksknospen; stellvertretend sein das Carpaccio von zwei Melonen an hausgemachtem Gin-Limettensorbet genannt.

Auch nach dem vierten Besuch empfinde ich das Preisleistungs-Verhältnis als ebenso stimmig, wie das Ambiente zum Chillen und/oder zum Essen, so daß die negativen Ausreißer bei der Zubereitung und ein mitunter etwas unverbindlicher Service kaschiert werden. Sicherlich auch a Place to be, um Peoplewatching zu machen oder selber gesehen zu werden – für den, der es braucht oder ausreichend „bekannt“ ist.

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